Urban Sports Club Gründer Benjamin Roth bleibt am Ball und kauft den Markt leer.

Die guten Vorsätze sorgen alljährlich dafür, dass Fitness-Studios im Januar regelrecht überrannt werden. Pünktlich zum Ansturm hat das Berliner Startup Urban Sports Club nun den nächsten Wettbewerber übernommen.

Nach den Fusionen mit dem Rocket-Venture Somuchmore sowie 99Gyms und Fitengo folgt nun die Übernahme des Münchner Sport-Startups Fitrate. Unter den noch vorhandenen Flatrate-Anbietern haben die Berliner damit nun deutschlandweit mit Abstand die größte Marktpräsenz.

„Formell hat Urban Sports Club alle Anteile von uns übernommen“, bestätigt Fitrate-Gründer Vahid Imani auf Nachfrage von Gründerszene. Die Marke Fitrate wird voraussichtlich ab Ende Februar unter dem Branding der Berliner laufen. Alle Mitarbeiter behalten ihre Jobs, so Imani. Er selbst werde sich von München aus unter anderem auf die Expansion in weitere Länder konzentrieren.
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Die Konkurrenz wird immer kleiner

Fitrate ist in München, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Nürnberg und Augsburg vertreten gewesen und hat etwa 40 Sportarten bei 500 Sportanbieter im Portfolio. Mit der anstehenden Integration von Fitrate wächst das Angebot von Urban Sports Club auf rund 1.500 Anbieter in Deutschland, hinzu kommen 200 in Frankreich.

Neben den Angeboten von Daytraining oder Gymentry ist nur noch ein ernst zu nehmender Konkurrent im Geschäft: My Fitness Card ist ein Ableger von der der Sportkette Fitness-First. Die Studios sind exklusiv bei My Fitness Card im Angebot.

„Wir glauben an die Marktkonsolidierung“, sagt Urban Sports Club Gründer Benjamin Roth gegenüber Gründerszene. Es mache Sinn, den Markt aus einer Hand zu beackern. „So war es auch schon bei Somuchmore. Mit dem Ansatz sind wir dann auch auf Fitrate zugegangen“, so Roth. Ähnlich wie Flixbus mittlerweile den Fernbusmarkt dominiert, übernimmt allmählich auch Urban Sports Club das Ruder in seiner Branche. „Unser Lead-Investor Holtzbrinck ist ja auch bei Flixbus an Bord. Entsprechend haben sie uns auch den Weg aufgezeigt, der bei Flixbus schon erfolgreich war“, kommentiert Roth.

Weiter auf Expansionskurs

Als das 2012 gegründete Startup Urban Sports Club seinen Wettbewerber Somuchmore übernahm, erhielt es von dessen Investoren Rocket Internet und Holtzbrinck Ventures ein siebenstelliges Funding. Rund drei Monate später gab es weitere Millionen von Holtzbrinck. Branchenkreisen zufolge stehe die nächste Finanzierung kurz bevor. Roth will sich zur Kapitalerhöhung nicht äußern.

In den vergangenen 12 Monaten sei Urban Sports Club nach eigenen Angaben um 400 Prozent gewachsen. Im gleichen Zeitraum hat das Startup von 12 auf 84 Mitarbeiter aufgestockt. „Wenn wir wollten, könnten wir jetzt auf Break Even gehen. Wir sind aber auf Expansion getrimmt“, sagt Roth. Im nächsten Schritt soll das Angebot in Kleinstädten ausgebaut und der B2B-Markt, also Firmensportangebote, erweitert werden.

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Fitate schloss im Jahr 2016 eine mittlere sechsstellige Finanzierung ab. Daneben erlaubten sich die Gründer im vergangenen Jahr einen Aprilscherz mit Ex-Fußballstar Philipp Lahm, bei dem sie in einer Pressemitteilung vorgaben, ein Investment von dem ehemaligen Bayern-Spieler erhalten zu haben. Der Gag mündete darin, dass Lahm die Gründer verklagte. Der Fitrate-Gründer möchte sich noch nicht zum Verlauf des Verfahrens äußern. Mit dem Verkauf an Urban Sports Club habe der Fall aber nichts zu tun, betont Imani.

Hinter den Spotflatrates steckt die Idee, gegen eine monatliche Gebühr spontan bei einer Vielzahl von Sportangeboten deutschlandweit teilnehmen zu können. Ein QR-Scan genügt, um hereingelassen zu werden. Weitere vertragliche Verbindlichkeiten mit Sportclubs entfallen dadurch völlig. Im Angebot befinden sich neben Fitnessstudios beispielsweise auch Yoga-, Boulder-, Schwimm- und neuerdings auch Golf- sowie Skiangebote.

 

Bild: Urban Sports Club