Grid X41

Das GridX-Team: Dominik Ganswohl, Andreas Booke, David Feierabend und CEO David Balensiefen (v.l.n.r.)

„GridX”. In großen Buchstaben prangte der Schriftzug des Startups vor knapp einem Jahr auf dem Kühlturm des belgischen Atomkraftwerks Tihange, projiziert mit einem großen Laser. Die PR-Aktion ging auf: Seitdem haben viele Medien über das Aachener Energie-Startup GridX berichtet.

Dessen Ziel: ein radikaler Umbau des Energiesystems. Das schwebt zumindest Gründer und CEO David Balensiefen vor: „Die klassischen Energieversorger sollen obsolet werden”, kündigt er vollmundig an. Balensiefen will fossile Kraftwerke und Atommeiler wie in Tihange ersetzen – durch Grünstromanlagen.

Dafür hat der studierte Bergbauer eine spezielle Box entwickelt, die jetzt für 499 Euro zu haben ist. Darüber sollen sich vor allem Besitzer einer Solaranlage und eines Batteriespeichers untereinander vernetzen können. Geht es nach Balensiefen, sollen die Anlagenbesitzer gemeinsam eine Strom-Community bilden: Wer seinen Strom gerade nicht braucht oder speichert, speist ihn auf die GridX-Plattform ein. „Der Nachbar, der tagsüber nicht zu Hause ist und keinen Strom verbraucht, kann diesen damit der Community zur Verfügung stellen“, erklärt Balensiefen gegenüber Gründerszene.

[contentad keyword=“adsensegs1″ align=“left“] Neu ist die Idee nicht. Der Leipziger Energieversorger Senec setzt schon seit dem Jahr 2014 auf eine Cloudlösung für Solarstrom.  Der Batteriehersteller Sonnen verfolgt mit seiner Sonnen-Community ein ähnliches Prinzip wie GridX. Im Gegensatz zu dem Wettbewerber aus Wildpoldsried, bei denen sich nur die Batterien aus dem eigenen Hause vernetzten lassen, sollen GridX-Kunden Speicher eines beliebigen Herstellers einbinden können, also auch die des Sonnen-Rivalen Tesla.

Auch Stromverbraucher ohne eigene Solaranlage auf dem Hausdach können nach Angaben von GridX Teil der Community werden. Voraussetzung ist, dass sie einen Stromliefervertrag bei GridX unterzeichnen. Außerdem bietet das Startup eine App an. Sie analysiert den Verbrauch der Wasch- und Spülmaschine im Haus und zeigt, wo sich Stromfresser verbergen. Langfristig soll auch diese – derzeit noch kostenlose App – Geld in die Kassen des Startups spülen. Ein Abo-Modell sei geplant, verrät das Unternehmen gegenüber Gründerszene.

Gegründet wurde das Energie-Startup im Jahr 2016. Bisher hat GridX Kapital in Millionenhöhe eingesammelt, darunter von einem nicht näher genannten US-Investor sowie vom Startup-Arm des Heizungshertstellers Vissmann, Vito One.