Ritter-Sport-Opt

Als die Einhorn-Schokolade im vergangenen Herbst in limitierter Edition verkauft wurde, war es noch niedlich. Einhörner, uiii. So bunt, so zuckrig. Für Ritter Sport war es ein Coup, die Schokolade wurde zum Verkaufsschlager und bescherte dem Hersteller aus Baden-Württemberg neben Umsatz viel Aufmerksamkeit. Und, na gut, auch einen ordentlichen Shitstorm, weil so viele Kunden keine Tafel abbekamen.

Dass dann einige Hersteller auf diesen Zug aufspringen würden, war abzusehen. DM entwickelte die Regenbogen-Dusche, ein Waschgel, das nach Sternchen und Wölkchen riechen soll. Und Edeka verkaufte den rosa Einhorn-Likör namens „Happy End“ der Firma Otto Lörch, der schon ziemlich widerlich aussieht. Doch damit nicht genug: Auch Lidl setzte mit seiner Eigenmarke Milbona auf „Pinky Wonderland“, einen Himbeerjoghurt „mit goldenen Glitzersternen“ (was auch immer das sein mag). 

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Lasst es sein, liebe Hersteller!

So, und dann wurde es irgendwann peinlich. Denn wer bis Anfang dieses Jahres den Trend nicht erkannt hatte, war einfach zu spät dran. Es passierte das, was gerade auch mit Levi’s-Shirts, weißen Turnschuhen oder Chloé-Handtaschen in der Mode passiert: Das einstige Trendprodukt wurde uncool. So auch das Einhorn – armes Einhorn! 

Als dann Edeka noch vor wenigen Wochen mit dem Klopapier mit „zuckersüßem Zuckerwattenduft“ um die Ecke kam, konnte man nur noch den Kopf schütteln. Ebenso bei der rosafarbenen (!) Einhorn-Bratwurst vom mecklenburgischen Hersteller Puttkammer, dem Einhorn-Tee der Biomarke Sonnentor oder dem neuen Glitzer-Ketchup von Bautz’ner. 

Nun ist es seit einigen Wochen ruhig um das Einhorn und wir sagen: Danke, liebe Hersteller! Schont das Einhorn, lasst es am Leben. Wer jetzt noch eine dieser rosafarbenen Glitzerwaren entwickelt, sollte es lieber dabei belassen und sie nicht auf den Markt bringen. Jetzt ist es wirklich zu spät. 

Bild: Ritter Sport