70e0b0a43e9251eaa71fd3a8dfb8a48a

Birgitta Ornau gründete einen Tierfutter-Shop, der jetzt zu Nestlé gehört

Das Münchner Unternehmen Terra Canis stellt Luxustierfutter für Hunde- und Katzen her, beispielsweise Menüs mit Kaninchenfleisch, Zucchini, Birne und Salbei für den verwöhnten Vierbeiner – und das Geschäft läuft anscheinend gut: Das Unternehmen will expandieren und plant eine neue Produktionsstätte in Petershausen, einem Ort knapp 40 Kilometer von der bayrischen Landeshauptstadt München entfernt. Doch auf dem Dorf regt sich jetzt Protest gegen die Zuzügler aus der Stadt. Nun müssen sich die Gründerin Birgitta Ornau und ihr Team mit Kommunalpolitikern auseinandersetzen, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.

Dem Bericht zufolge will Terra Canis bis zu 10.000 Tonnen Futter jährlich herstellen – wobei 10.000 Kubikmeter Abwasser anfallen. Das könnte die örtliche Kläranlage überfordern, fürchtet man in dem kleinen Ort. Bevor weitere Entscheidungen fallen, soll ein Gutachten her, das den ökologischen Fußabdruck des Luxusfutter-Herstellers für Hunde und Katzen untersucht. Weiteres Thema auf der Agenda der Lokalpolitiker: die Anzahl der Mitarbeiterparkplätze. Auch dieser Punkt wurde ausführlich debattiert. 

[contentad keyword=“adsensegs1″ align=“left“] Fragen waren unter anderem, wie viele Stellplätze nötig sind, wie viele nachgebaut werden müssen, wie viele maximal zur Verfügung stehen und wie viele Mitarbeiter eigentlich mit dem Rad oder der Bahn kommen. Eine Menge Themen also, die geklärt werden müssen, bevor die Firma überhaupt die Umzugskisten packen darf – und eine kleine Lokalposse. Das Unternehmen wollte sich am Donnerstag nicht zu den Erweiterungsplänen in Petershausen äußern. Birgitta Ornau verwies auf den Urlaub des zuständigen Mitarbeiters.

Ornau ist seit zwölf Jahren in der Tierfutter-Branche unterwegs, verkauft über den Fachhandel und das Internet. Mit etwa 30 Mitarbeitern hat Terra Canis im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro umgesetzt. In diesem Jahr soll der Umsatz nach Firmenangaben auf 20 Millionen Euro steigen. Im April 2017 übernahm der Lebensmittelkonzern Nestlé das Unternehmen, was zu viel Kritik im Netz geführt hat. 

Nutzer regten sich darüber auf, dass sich Ornau mit ihrer Firma auf einen Konzern einlasse, dessen Unternehmenspolitik in Sachen Nachhaltigkeit umstritten ist – etwa beim Geschäft mit Trinkwasser oder umweltschädlicher Kaffeekapseln. 

Gründerin Ornau versicherte im April 2017 im Interview mit Ngin Food, das zum Portal Gründerszene gehört, die Qualität des Futters werde sich auch trotz der Übernahme nicht ändern. „Nestlé ist absolut von unserem Qualitätskonzept überzeugt – das war und ist der Schlüssel zum Erfolg von Terra Canis“, sagte Ornau damals.

Bild: Terra Canis